Ideen brauchen Form und Sacrum braucht im Ritus verankerte Symbolik.
Die Kunst der Sakralarchitektur besteht darin dem Metaphysischen eine Gestallt zu geben und der Spiritualität geistige Entfaltung zu ermöglichen. Dank der Kreativitätskraft der Architekten entstehen neue Berührungspunkte und dem ewigen Wechselspiel zwischen Tradition und Moderne werden neue Facetten verliehen.
Gottfried Böhm – der 2021 verstorbene erste deutsche Pritzker-Preisträger zählt zweifelsohne zu den international renommiertesten und angesehensten Vertretern der Sakralbaukunst. Das Skulpturhafte zeichnet zahlreiche Bauten des leidenschaftlichen Bildhauers aus. Einen ihrer Höhepunkte erlebt es in der Christi Auferstehung Kirche in Kölner Stadtteil Lindenthal. Die im Jahr 1971 geweihte Kirche steht exemplarisch für einen Baustil, der die Einzigartigkeit des in vielen Talenten vereinten freien Geistes verkörpert.
Die dort von Böhm entworfenen Fenster aus Kunstharz, versehen mit Nägeln, organischen Artefakten und Schriftzügen, zeugen von seiner unkonventioneller Art der Gestaltung. Ohne Berührungsängste verbindet er christliche Symbole mit Verweisen auf das Weltgeschehen. Das Profane macht das Sacrum erfahrbar.


