VON KOHLE GEZEICHNET

Frauen im Bergbau - Photographien aus der Kohlenwäsche 2002-2004

Die Silhouette füllt den Türrahmen zur Schallschutzkabine. Das gelbe Gegenlicht zeichnet die schwarze Kontur: Helm, breite Schultern, hochgekrempelte Ärmel, muskulöse Unterarme, schmal zusammengeschnürte Taille. Jedes Schulkind würde ihn genauso zeichnen – den typischen Bergmann.

Der männliche Körper gehört Urszula. Nur die hohe Stimme und ihre Damenarmbanduhr sind Zeichen ihrer auf den ersten Blick schwer erkennbaren Weiblichkeit. Nach vierzehn Jahren Arbeit hat sich Urszula äußerlich der Umgebung angepasst. Sogar ihre harten Gesichtszüge spiegeln den beruflichen Alltag. Urszula arbeitet in der Kohlenaufbereitungsanlage, der letzten Station der geförderten Kohle auf dem Zechengelände. Seit den Frauen die Arbeit unter Tage verboten wurde, ist dieser verlängerte Arm der unterirdischen Welt „Frauenreich“.