DAS MEER SEHEN

Von Blinden, die keine Passagiere sein wollen

Dass der Weitblick eines blinden Seeenthusiasten die Vorstellungskraft eines Sehenden manchmal überschreitet, dürfte nicht wundern. Dass er ein Ziel ins Auge fasst, das manchen Horizont übersteigt, das kommt vor. Dass sich aber Mutige finden, die sich für dieses Ziel in neue Gewässer wagen, das ist nicht selbstverständlich: Die Crew zum Beispiel, die sich aus Freiwilligen aus ganz Polen rekrutiert oder der Kapitän, der sein 42 Meter langes Schiff mit 625 Quadratmeter Segelfläche einer Mannschaft anvertraut, die zur Hälfte blind und sehbehindert ist.

So auch als in den Jahren 2008 und 2009 die Zawisza Czarny in See gestochen ist, bestand die Mannschaft zur Hälfte aus Blinden und Sehbehinderten. Hunderte Segelmeilen zwischen Gdynia, Bergen, Helsinki und Tallin lagen vor ihnen. Um ihre gesteckten Ziele erreichen zu können, war Teamwork Voraussetzung. Vom Segelsetzen bis hin zur Navigation – alle Crewmitglieder waren gefordert sich einzubringen.